An die für die handwerkliche Käseherstellung benötigte Milch werden höchste Anforderungen gestellt. Geschmack, Textur und Reifefähigkeit eines Käses hängen maßgeblich von der Rohstoffqualität ab:
Die Käseherstellung beginnt nicht erst mit der Einlabung im Kupferkessel. Einen entscheidenden Einfluss haben die Tierart (Kuh, Ziege, Schaf oder Büffel), die Rasse sowie die Region mit ihrer spezifischen Bodenbeschaffenheit und Futtervielfalt.
Der Leitsatz „Du bist, was du isst“ gilt gleichermaßen für das Nutztier. Ob eine Milchkuh in reiner Stallhaltung mit konzentriertem Kraftfutter und Silage gefüttert wird oder auf artenreichen Naturweiden mit über 30 verschiedenen Gräsern und Kräutern grast, entscheidet über das spätere Fettsäuremuster und die Aromakomplexität der Milch.
Da jede Region eine eigene botanische Zusammensetzung hervorbringt, schmecken traditionelle Käsesorten selbst bei gleichem Grundrezept stets unverwechselbar. Die Franzosen prägten hierfür den Begriff „Terroir“. Hinzu kommen Jahreszeiten, Höhenlagen, das Tierwohl und die persönliche Handschrift des Käsemachers.
Bevor Milch in der Käserei veredelt werden kann, muss sie schonend und unter strengsten Hygienebedingungen gewonnen werden:
Aus dem Euter eines gesunden Tieres fließt die Milch als mikrobiologisch hochwertiges Lebensmittel, das natürliche Schutzstoffe wie Immunglobulin A (IgA) enthält. IgA dient der natürlichen Immunabwehr und hemmt unerwünschte Keime.
Häufig wird die Frage nach unerwünschten Bakterien wie Listeria monocytogenes gestellt. Listerien sind Umweltkeime, die primär durch mangelnde Melk- oder Stallhygiene nach dem Melken in die Milch gelangen können.
Hier liegt der fundamentale Qualitätsunterschied traditioneller Rohmilchkäsereien:
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